Auszug von einer Gedenkschrift zum

70. Geburtstag



Plastiken von einer seltenen Geschlossenheit und Sammlung

bilden das Werk von Ulrich Kottenrodt. Während dem Maler eine

Fülle von Figuren in Raum zur Verfügung stehen, bleibt dem

Plastiker lediglich eine einzige eine unbewegte Gestalt, ein sehr enger

Kreis der Möglichkeiten aber gerade diese Beschränkung

ist dem Künstler Ausgangspunkt zu seinen Leistungen und zu

einer äußersten Konzentration.

(...... ) Straffung und Lösung. Schönheit und Kraft gehen eine

Harmonie von bezwingender Wirkung ein die Ulrich Kottenrodt

geradezu grandios ist. Er behandelt sein Thema in erfüllten

Formen, nicht in purer Addition von Teilen, sondern vom Kern

ausstrahlend (.....) G. Keinzel


( ....) Um zwei Zielgruppen künstlerischer Gestaltung kreist das

Schaffen von Ulrich Kottenrodt. Und zwar sind dies einmal der

Mensch und zum anderen das Tier. Seine Darstellungen der

menschlichen Gestalt sind weder geschönt, mit Hilfe einer leeren

Technik gemachte Reproduktionen der Modelle noch Produkte

einer sich weit von der vorgegebenen entfernenden Phantasie. Mit

bemerkenswerter Imagination dringt er tief ein in das Wesenhafte

des künstlerisch zu gestaltenden Mensch und läßt dabei zugleich

in freien Wurf- die Individualität eines berufenen Künstlers in das

Werk miteingehen: Form schlägt in Gehalt um. Dabei ist ihm

Symbolik als Ausdrucksform nicht fremd.


Seine 'Werke sind gestaltet in gestraffter zuchtvoller Begrenzung

auf das Ausdruckswesentliche welches die Schönheit der

Formen, das Wesen des Lebendigen und die ihm innewohnende

Kraft und Sprache in vollendeter Harmonie nur um so deutlicher

hervortreten läßt.


Der Künstler beobachtet scharf und hält doch Distanz zu den

Einzelheiten. Um so stärker spürt er die für seine künstlerischen

Aussagen relevanten Momente heraus. Und was er hier erspähte.

fügt er zu einer neuen Gestalt in der das ursprüngliche Modell

nunmehr künstlerisch überhöht noch voll erkennbar bleibt.


Seine Gestalten sind erfüllt vom Ergebnis der Zwiesprache des

Künstlers mit dem Leben. (.....)


Er bringt Ideen zur Anschauung, macht transparent. was hinter

dem Auge unmittelbar erschließende Realitäten steht. (.....)


Mit den Rhythmen ihrer' Konturen sowie der Harmonie der in den

Werkstoff gebannten Elemente von Form, Bewegung und Inhalt

des Lebendigen entwickeln seine Plastiken eine eindringlich

Strahlkraft. Sie vermitteln dem Betrachter ohne Pathos Einblicke

in die Tiefenräume ewig gültiger Harmonien auch

transzendentaler Wirklichkeiten. Dabei bleiben seine

Darstellungen von einer Leichtigkeit der man die Mühen der

Gestaltung und der langen Auseinandersetzung mit dem Objekt

nicht ansieht. (....) Walburga u. Walter Herbst